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Das Bischöfliche Priesterseminar

Das Bischöfliche Priesterseminar
Das Bischöfliche Priesterseminar

Das Gebäude

Das Bischöfliche Priesterseminar in Limburg wurde am Festtag des Heiligen Georg 1931 (23. April) durch Bischof Antonius Hilfrich eingeweiht. Schon 35 Jahre zuvor (1895/96) hatte der damalige Bischof Dominikus Willi das Grundstück gekauft, um ein Seminargebäude zu errichten. Ein Stiftungsfonds zur Finanzierung wurde geschaffen. Es verstrich lange Zeit. 1907 gab es sogar eine Aufforderung durch Papst Pius X. zum Bau eines Priesterseminars. 1911 schrieb Bischof Willi: „Wenn es in dem bisherigen Tempo weitergeht, haben wir in 20 Jahren noch kein menschenwürdiges Seminargebäude.“ 1912 wurde der 7. Bauplan vorgelegt. Über ihn beschwerte sich der damalige Bürgermeister von Limburg, weil er fürchtete, das Stadtbild könnte entstellt werden. 1913 starb Bischof Willi.

Fast zeitglich mit Beginn der Amtszeit von Bischof Kilian brach der erste Weltkrieg aus. Dennoch beschloss Bischof Kilian den Bau eines Priesterseminars, womit sogleich nach Kriegsende begonnen werden sollte. 1923 wurde aber das gesamte angesparte Geld des Seminarfonds durch die Inflation vernichtet. 1928 gab es eine neue Initiative, und 1929 legten die beauftragten Architekten Hans und Christoph Rummel Pläne vor. Ein Feldweg, der durch das Gelände führte, wurde hinzugekauft.

Am 14. Mai 1929 erfolgte der erste Spatenstich. Die Ausschachtungsarbeiten liefen bereits, und dennoch wurde über Änderungen des Bauplans verhandelt. Der Grundriss war zu barock geplant. Ein Gutachten fasste die Bedenken zusammen. Bischof Kilian machte einen mutigen Schritt nach vorne und zog Professor Dominikus Böhm aus Köln zu Rate. Schon im Juni 1929 legte dieser Pläne in einer ganz neuen Bauweise vor: im Stil des Bauhaus.

Der Mut zu einer kompromisslos modernen Architektur, die zugleich zentrale Grundgedanken aus dem Kloster- und Sakralbau aufgreift, fand große Zustimmung und Anerkennung. Heute steht das Bischöfliche Priesterseminar in Limburg unter Denkmalschutz.

Quelle: Hans Becker, Dr. Augustinus Kilian., Bischof von Limburg (1913-1930), in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 29 (1977), S. 175-190.

Die Geschichte der Priesterausbildung im Bistum Limburg

Während der rund hundert Jahre seit Gründung des Bistums Limburg 1827 bis zur Einweihung des Priesterseminars 1931 war die Priesterausbildung des jungen Bistums mit heftigen Schwierigkeiten verbunden. Die Ausbildungsorte wechselten: Limburg, Gießen, Fulda, etc. Bischof Kilian, der maßgebliche Erbauer des Limburger Priesterseminars, studierte Theologie und Philosophie in Münster und München. Für den praktischen Teil der Priesterausbildung besuchte er das Priesterseminar in Freiburg im Breisgau.

Die Rückkehr des in Deutschland unter preußischer Herrschaft verbotenen Jesuitenordens (1917) beflügelte die Entwicklung in Limburg. Die Interessen des Ordens der „Gesellschaft Jesu“ und diejenigen des Bistums passten gut zusammen. So gelang es, die Jesuiten in Frankfurt anzusiedeln und mit deren Hilfe dort die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen aufzubauen. Sie wurde 1926 gegründet. Damit entstand in Limburg für die Fertigstellung des Pastoralseminars ein gewisser Zeitdruck, weil die ersten Absolventen von Sankt Georgen ihre praktische Ausbildung in der Bischofsstadt an der Lahn erhalten sollten.

Bis in die Gegenwart finden Elemente der praktischen Priesterausbildung im Bischöflichen Priesterseminar Limburg statt. Es handelt sich dabei zumeist um Ausbildungsinhalte, die gemeinsam mit Frauen und Männern durchgeführt werden, die sich auf andere seelsorgliche Berufe in der Kirche (als Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten) vorbereiten. Hinzu kommen gemeinsame Ausbildungselemente zusammen mit den Bewerbern für den Ständigen Diakonat.

Für spezifische Elemente der Priesterausbildung hat das Bistum Limburg seit 2002 immer wieder Kooperationsverträge mit den (Erz-)Bistümern Aachen, Hamburg, Hildesheim und Osnabrück geschlossen. So entstehen geeignete Lerngruppen an den Ausbildungsorten Hamburg, Osnabrück und Aachen.

Das Priesterseminar als Ausbildungsort für Berufe in der Seelsorge

Vom Bischöflichen Priesterseminar aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Limburger Dom. Dieser ist sowohl der Ort der Diakonen- und Priesterweihe als auch der Ort der Aussendung für Pastoral- und Gemeindereferentinnen und –referenten.

Weil große Teile der Ausbildung für alle seelsorglichen Berufe des Bistums Limburg im Priesterseminar stattfinden, könnte man es durchaus zutreffend als „Haus der seelsorglichen Berufe“ bezeichnen. Darüber hinaus hat das Gebäude inzwischen aber noch viele andere Funktionen übernommen. Der ursprüngliche Name „Bischöfliches Priesterseminar“ blieb erhalten – inzwischen eine Pflanzstätte (Seminar) nicht nur für Priester, sondern für vielfältige Gaben des Heiligen Geistes in der Katholischen Kirche.

Die heutigen Funktionen

Das Bischöfliche Priesterseminar in Limburg ist ein Sondervermögen des Bistums Limburg. In dieser Immobilie der Diözese befinden sich verschiedene Einrichtungen:

  • Das Tagungs- und Gästehaus im Bischöflichen Priesterseminar
  • Das Diözesanarchiv
  • Die Diözesanbibliothek
  • Die Abteilung Personalausbildung
  • Die Diözesanstelle Berufe der Kirche
  • Kirchenentwicklung im Bistum Limburg

Die Hausleitung für die gesamte Immobilie ist dem Regens des Priesterseminars übertragen. Dieser ist zugleich Leiter des Tagungs- und Gästehauses. Auf diese Weise werden die Bedarfe für die Ausbildung aller seelsorglichen Berufe in den Abläufen des Tagungs- und Gästehauses berücksichtigt. Gleichzeitig stehen große Teile des Gebäudes für vielfältige Formen der Unterbringung und Bewirtung von Gruppen und Einzelpersonen zur Verfügung.

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